Gewalt und Videospiele: Thema im Walliserboten

Im Walliserboten vom vergangenen Montag (04.08.2014) durften Kollegiumsschüler einen wenig fundierten Artikel zum Thema Gewalt und Videospiele publizieren.  Gestern folgte daraufhin ein Leserbrief mit klassisch-einseitigem „gebashe“ gegen VideospielerInnen:

20140806 WB Leserbrief Gefährliche Verharmlosung

Wir möchten dies nicht einfach so stehen lassen und haben darauf hin ein Replik veröffentlicht, welches aber noch nicht im Walliserboten publiziert wurde. Wir geben diesen aber gerne hier wieder:

Gefährliche Verharmlosung?

Es besteht, neben dem Missverstehen und Falschinterpretieren auch eine explizite Gefahr für Leib und Seele. Neben körperlich schädlichen Eigenschaften attestiert man auch eine verderbliche Wirkung auf die Aufnahmefähigkeit, besonders bei Kindern und Frauen.

Eine Einschätzung vor 200 Jahren zu Büchern und dessen Bedrohlichkeit hinsichtlich Beeinflussung, „Lesesucht“ und „Lesewut“.
Was im 18. Jahrhundert gängige Kritik war, sorgt heute nur noch für Schmunzeln. Ähnliche Kritik folgte bei Einführung des Radio-Rundfunks und später beim Fernseher.

Und heute? Videospiele, wie es auch Herr Stünzi im gestrigen Leserbrief zum Ausdruck bringt. Er referenziert dabei den nicht sehr fundierten Artikel der Kollegiumsschüler in der Montagsausgabe des Walliserboten. So sei erwiesen, dass Amokläufer fast ausnahmslos solche Spiele konsumiert haben? Wir fügen gerne hinzu, dass diese wohl auch ausnahmslos Musik gehört und Fern gesehen haben!

Die Ursachen sind eher in familiären, gesellschaftlichen Beziehungen und persönlicher Labilität oder bei laschen Waffengesetzen zu suchen und sollten nicht auf Videospiele reduziert werden.

Wir laden aber Herrn Stünzi und all jene, die sich gerne mit erhobenem Zeigefinger zum Thema äussern, wohl aber selber nie solche Spiele angespielt haben, gerne ein, ein solches zuerst selber zu testen. So können wir bestimmt auch diesen Generationenkonflikt überwinden und in baldiger Zukunft ebenso darüber schmunzeln, wie wir es heute in Bezug auf Literatur oder Musik tun.

*UPDATE

Im heutigen WB (11.08.2014) wurde unser Replik nun veröffentlicht:

20140811 WB Leserbrief Antwort Piratenpartei Wallis

*UPDATE
Im WB vom 19. August meldet sich Herr Stünzi noch einmal zu Wort:

20140819 WB Leserbrief Killerspiele by Piratenpartei Wallis / Parti Pirate Valaisanne

Wir zollen Herr Stünzi Anerkennung für sein Aufrechterhalten der Diskussion und für seine Ausführungen, in denen er verdeutlicht dass mediale Gewaltverherrlichung im Generellen zur Debatte steht, und dass die sogenannten „Killerspiele“ – wie so oft – zwar der Anlass, aber nicht alleinige Problem darstellen.

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